Diskussion zum Kreuz im Klassenzimmer
Der Obmann der AG-ATHE, war am 17. März 2009 zu einer Podiumsdiskussion im NÖ. Landhaus geladen. Veranstalter war der ÖVP-nahe Niederösterreichische Akademikerbund. Vor einem nahezu ausschließlich katholischen Publikum verteidigte Eder tapfer den säkularen Standpunkt – zum völligen Unverständnis mancher Anwesender: “Wie kann man so verantwortungslos sein, ein Kind ohne Glauben zu erziehen?”, so eine anwesende Lehrerin.
Nach einem kurzen Abriss der “Kriminalgeschichte des Christentums” kam Eder zum Schluss, dass das Kreuz nicht für Alle das Symbol der Liebe und Auferstehung ist. Als Symbol auch der Macht und Gewalt der Kirche stelle es einen Affront gegen nichtchristliche SchülerInnen dar. Besonders Ungläubigen, Juden und Moslems werde dadurch permanent die Brutalität der Kreuzzüge, der Inquisition, der Pogrome und der Verbrennung von “Häretikern” vor Augen geführt. Und dies an einer staatlichen Institution – Laizismus ist in Österrech noch immer ein Fremdwort.
Eders Vorschlag, statt einem Kruzifix die “Allgemeine Deklaration der Menschenrechte” aufzuhängen, stieß beim Publikum nicht auf Begeisterung. (Anmerkung: Der Vatikan hat die EMRK bis heute nicht ratifiziert.)
Bild (Copyright J.Malinar, cross-press.at):
Die DiskussionsteilehmerInnen (v.l.n.r.):
Univ-Prof. Dr. Stefan Schima, Univ. Wien, Kirchenrecht
Mag. Murat Düzel, Fachstelle für Integration der NÖ Landesakademie
Prof. Dr. Heinrich Stark, Phil.Theol.Hochsch. St. Pölten
Dr. Charlotte Ennser, Dir. Gymnasium d. Congregatio Jesu
Dr. Erich Eder, Obmann AG-ATHE
sowie
LAbg. Dr. Martin Michalitsch, Obmann NÖ Akademikerbund
Dr. Peter Pitzinger, NÖ Landesfamilienreferent
Dr. Walter Leiss, Landessekretär NÖ Akademikerbund
Lesen Sie hier eine Zusammenfassung der Diskussion vom Pressereferat der Diözese St. Pölten!









Legen wir diese Argumentation auf Minarette um:
Es gibt eine “Kriminalgeschichte des Islam” – und die ist sogar aktueller als die des Christentums.
Minarette sind nicht für alle Symbol des Glaubens sondern stellen häufig einen Affront gegen nicht-Muslime dar. Verstärkt wird das durch Attentate in den letzten Jahren, die dem Islamismus zugeschrieben werden.
Und wenn wir Minarette verbieten, können wir auch gleich Moscheen und sonstige Gotteshäuser aller Religionen verbieten. Eigentlich wäre Religionsausübung überhaupt zu verbieten – insbesondere dann, wenn sie auf kulturelle Wurzeln zurückgeht (d.h. die “Gläubigen” machen einfach nur nach was ihnen von der vorherigen Generation vorgemacht wurde ohne zu verstehen was es damit auf sich hat).
Sarkasmus Ende.
Was ich eigentlich sagen wollte war, dass ich es eine Frechheit finde, dass eine Kultur/Religion Kreuze in Schulklassen abnehmen lassen will und gleichzeitig Kritik ausübt wenn die “gastgebende” Kultur/Religion keine Minarette bauen lassen will.
Ich verstehe Ihre Argumentation überhaupt nicht.
“wenn wir Minarette verbieten, können wir auch sonstige Gotteshäuser aller Religionen verbieten”
Dieser Satz ist richtig, und da ich als Atheist niemandem seine Religionsausübung verbieten will (weil auch ich die Religionsfreiheit, frei von Religion zu sein, ungestraft wahrnehmen möchte), darf es Kirchhen, Moscheen und sonstwas geben.
Das Kreuz im Klassenzimmer hat aber mit Religionsausübung nichts zu tun, weil Schulklassen keine Gebetsräume sind. Seien Sie versichert, dass ich mich ebenso heftig gegen jedes andere verordnete religiöse Symbol in staatlichen Schulklassen wenden würde.
(Und ich bin ebenso sicher, dass es Proteste hageln würde, wenn ungläubige Schüler unseren Aufkleber “Es gibt keinen Gott” neben das Kreuz in der Klasse hängen wollten…)