AG-ATHE

AgnostikerInnen und AtheistInnen für ein säkulares Österreich
the non-prophet organization

Wer Zukunft hat und wer keine hat

Ein Kommentar von Martin Luksan (Vorsitzender des Freidenkerbundes Österreich)
anlässlich eines Berichtes auf stephanscom.at vom 9.6.2009  

W. Faymann  lud die Kirchen in Österreich zum Gespräch ein, die Nicht-Konfessionellen fehlten. Der Kanzler und die Kirchenspitzen präsentierten ihr Treffen ein wenig  so, als ob sie gerade einen Religionskrieg verhinderten. Wer scheint diesen Krieg anzuzetteln?  Wer scheint ihn schon begonnen zu haben?  Natürlich H.C. Strache mit dem Feldkreuz in der Hand, das er gegen die   islamischen Arbeitsimmigranten noch mehr als gegen Mohammed richtete. Er spielte einen falschen Abraham a Sancta Clara 2009 in Wien. Warum sagte das Schönborn nicht? 

Die Sikh massakrierten einander in einem Tempel in Wien aus Gründen, die uns gleichgültig sein können. Von den 14 Kirchen ist ein solches Verhalten demnächst nicht zu befürchten. Warum sagte  das keiner von den Kirchenspitzen?

Die 14 Kirchen wollen gemeinsam mit der Regierung (Und wer möchte nicht gemeinsam mit der Regierung?)  die integrative Gesellschaft herstellen. Ja ist sie noch nicht da?  Und wie soll diese entstehen, wenn die Nicht-Konfessionellen nicht vertreten sind?

Bünker (Evangelisch) will die Solidarität  in der Gesellschaft stärken.

Eisenberg (Jüdisch) will gute Worte für die Demokratie einlegen.

Schönborn (Katholisch)  will kraftvoll und selbstbewusst in die Öffentlichkeit hinein wirken. Das glauben wir aufs Wort.

Was bedeutet es aber, wenn 14 Kirchen gemeinsam mit der Regierung, die aus den zwei größten Parteien besteht, ein gemeinsames Interesse für die Zukunft des Landes beteuern?  Zunächst einmal nichts.

Dann bedeutet es, dass jeder, der morgen noch nicht sterben muss, in der Zukunft sein eigenes Interesse verfolgt und dabei den Krieg mit anderen, die ihrerseits das Gleiche tun,  vermeidet. Drittens bedeutet es, dass alle, die im Soziogramm, im Gremium oder in der Nebenregierung  nicht vorkommen, keine Zukunft haben. Zumindest wünscht man ihnen keine Zukunft.

Also schleunigst einen Interessensverband für Konfessionslose organisieren!

 

12. Juni 2009 » Erich Eder » Allgemein, Atheismus, Institutionen, Medien

Hinterlasse eine Antwort