AG-ATHE

AgnostikerInnen und AtheistInnen für ein säkulares Österreich

Neue Schönborn-Aussagen falsch interpretiert

Schönborn vergleiche das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte mit dem Nationalsozialismus, berichtet der ORF in der heutigen ZiB 24. Schönborn spricht davon, dass ihn das ganze “an die religionsfeindlichen totalitären politischen Regime des 20. Jahrhunderts” erinnert.

Doch der ORF irrt:
hitler3Damit kann nicht der Nationalsozialismus gemeint sein. Hitler war katholisch bis zum Ende, glaubte an die “Vorsehung”. Schloss das deutsche Konkordat mit dem Vatikan ab. Der Nationalsozialismus war ganz und gar keine religionsfeindliche Diktatur, sondern strotzte vor Gottglaube und Esoterik. Das weiß Schönborn, und das wussten seine damaligen Gaubensbrüder, die mit den Nazis wesentlich besser konnten als das heute dargestellt wird.
Kardinal Theodor Innitzer
Zugegeben, es gab aufrechte Priester und andere Christen, die den Nazis Widerstand leisteten. Aber die Mehrheit des Klerus waren Opportunisten wie Kardinal Innitzer, ein Amtsvorgänger Schönborns, der sich 1938 öffentlich für den “Anschluss” Österreichs aussprach.
hitler_priests
Zur Aufklärung: Lieber ORF, “lernen Sie Geschichte” (Kreisky). Schönborn meint selbstverständlich den Kommunismus. Als wäre das nicht sonnenklar: Wer sich für Menschenrechte und gegen die öffentliche Vormachtstellung religiöser Dogmen ausspricht, kann nur – ein Kommunist sein. Die Paradoxie dieser Unterstellung ist Schönborn wahrscheinlich gar nicht bewusst.

Sein Chef jedenfalls hat bis heute die Europäische Menschenrechtskonvention nicht ratifiziert. Von Menschenrechten, Pluralität, Minderheitenschutz oder Demokratie ist aber in all den Heiligen Büchern auch weit und breit nicht die Rede!

(Foto unten: So sehen Menschenrechtsaktivisten aus (links im Bild), wenn man Schönborn glauben möchte…)
China-Menschenrechte

14. November 2009 » Erich Eder » Institutionen, Medien

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